app2music_DE – ausführliche Projektbeschreibung

app2music_DE | 23. Januar 2018

Der in Berlin ansässige Verein app2music e.V. entwickelt und realisiert mit dem Projekt app2music_DE im Rahmen von Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung eine Reihe von bundesweiten musikalischen Bildungsangeboten mit Tablets und Smartphones. Ziel ist die Förderung bildungsbenachteiligter Kinder und Jugendlicher und ermöglicht ihnen die Teilhabe am kulturellen Leben.

Seit 2009 ermöglicht der Verein app2music e.V. an zahlreichen Berliner Schulen und anderen Einrichtungen der öffentlichen Kinder- und Jugendarbeit Angebote im Nachmittagsbereich und wurde für seine innovative Arbeit 2014 mit dem Dieter-Baacke-Preis ausgezeichnet. Mit app2music_DE (nach einem Vermittlungskonzept von Matthias Krebs) werden innerhalb von 5 Jahren in weiteren Bundesländern appmusikalische Bildungsangebote mit Musikapps in Kooperation mit dort ansässigen Kultur- und Bildungsintitionen geschaffen und zahlreiche Musikerinnen und Musiker in die Vermittlung eingebunden.

Der Auftritt der Band wird über ein Smartphone direkt auf die Leinwand übertragen. So erhält das Publikum Einblicke in das Musizieren der Schülerinnen auf der Bühne. // Foto: Finn Dorian

Die Kinder und Jugendlichen werden in soziale, künstlerische Ensembleprojekte eingebunden, die sich mit innovativen Angeboten von Kulturinstitutionen verbinden. Darin werden sie gleichzeitig an den kreativ-gestalterischen Umgang mit den Alltagstechnologien herangeführt, indem sie gemeinsam mit professionellen Musiker_innen auf Smartphones und Tablets musizieren, künstlerische Experimente durchführen, Musik produzieren und eigene Musikstücke vor Publikum präsentieren.

Seit dem 1. Januar 2018 ist der app2music e.V. mit dem Projekt app2music_DE Programmpartner in der zweiten Förderperiode von Kultur macht stark und wird dafür über eine Zeit von fünf Jahren (2018–2022) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt. Zum ersten Mal gibt es damit eine bundesweite Projektinitiative, die kulturelle Bildung und die kreative Nutzung digitaler Technologien verbindet. app2music_DE entwickelt aber keine eigenen Musikapps, sondern nutzt vorhandene Mobilegeräte und Apps, um außerschulische Bildungsangebote zu schaffen, die einem kulturpädagogischen Konzept folgen. Unterstützt wird das Projekt dabei konzeptionell und wissenschaftlich von der Forschungsstelle Appmusik der Universität der Künste Berlin.

  • Projektleitung: Julian Quack
  • Co-Projektleitung (pädagogische Konzeption): Matthias Krebs
  • Projektadministration: Christopher Scholz

 

Kultur macht stark in der Initiative app2music_DE

“Kultur macht stark” richtet sich insbesondere an Kinder und Jugendliche, die in schwierigen sozialen oder finanziellen Verhältnissen oder in bildungsfernen Elternhäusern leben und bietet ihnen in sogenannten “Bündnissen für Bildung” die Möglichkeit, sich in Gruppen zu engagieren und einzubringen, sich kreativ auszuprobieren und wichtige Fähigkeiten für ein erfolgreiches und selbstbestimmtes Leben zu entwickeln. Die Bündnisse bestehen dabei aus mindestens drei Partnern, in diesem Fall aus der Initiative app2music_DE, einem Partner aus dem Bereich Kultur – zum Beispiel einer Musikschule, einem Konzerthaus, einem Theater oder einem Museum – und einem Partner aus dem Bereich Bildung/Soziales – zum Beispiel einer Schule, einem Jugendzentrum oder einer Kindertagesstätte.

Blick von der Bühne: Für viele Kinder und Jugendliche sind die Abschlussveranstaltungen vor großem Publikum ein absolutes Highlight der regelmäßigen Nachmittagsangebote von app2music. // Foto: Finn Dorian

Die Partner machen die Angebote in der Stadt/Region sichtbar und binden sie in ihre Programme ein. app2music_DE knüpft an die jeweiligen Schwerpunkte, Netzwerke und Zielgruppen der Kulturpartner an und entwickelt zusammen mit ihnen auf sie abgestimmte künstlerische und musik-ästhetische Profile. In Kooperation mit dem Partner aus dem Bereich Bildung/Soziales wird in außerschulischen AGs, Workshops und Jam-Sessions eine niedrigschwellige Musikvermittlung und musikalische Ausbildung eingerichtet. Als Orte mit vertrauten Bezugspersonen stellen sie einen wichtigen Teil in den Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen dar.

  • Bei AGs handelt es sich um regelmäßige, zweistündige Angebote mit einer festen Gruppe über ein ganzes Schuljahr (30 Termine), die zielorientiert z.B. auf ein Konzert oder eine Musikproduktion hinarbeiten.
  • Workshoptage sind vierstündige, offene Intensiv-Workshops.
  • Jam-Sessions finden einmal monatlich für zwei Stunden statt und können auch als Schnupperkurs dienen. Es können auch Ansätze entwickelt werden, um Eltern und andere Ehrenamtliche mit einzubeziehen.

Die Angebote können dabei z.B. mit spezifischen Programmen für Mädchen, der Förderung von geistig oder körperlich behinderten Kindern, von Kleinkindern oder für Kinder mit besonderem Förderbedarf verbunden werden. Zusammen mit den app2music-Musiker_innen lernen die Kinder und Jugendlichen, die vielfältigen Möglichkeiten von Musikapps für die kreativen Prozesse beim Musizieren zu nutzen. Musikmachen bedeutet dann etwa das Komponieren eigener Songs, Improvisieren, das Ausprobieren in musikalischen Experimenten oder das Nachspielen von Lieblingsliedern. Die Teilnehmenden können auch als Band kollektive Musizierformen austesten und ihre Ergebnisse präsentieren.

Hier kann man zum Beispiel in ein Hörspiel hineinhören, das innerhalb von drei Stunden mit einer Klasse der Stechlinsee-Grundschule in Berlin entwickelt wurde.

 

Einrichtung von app2music-Studios

Für die kulturellen Bildungsangebote werden sogenannte app2music-Studios (a2m-Studios) eingerichtet, die mit mindestens 10 Tablets und der notwendigen Technik ausgestattet werden. Dazu zählen Kopfhörer, Mischpulte, Kabel, Lautsprecher, Mikrofone und eine vielfältige Auswahl an Musikapps, mit denen mit Kleingruppen bis hin zu Gruppen mit 30 Teilnehmenden musiziert werden kann.

Für die außerschulischen Angebote werden professionelle Musiker*innen als Honorarkräfte beschäftigt, die bereits Erfahrungen in der pädagogischen Musikvermittlung haben und die für die Maßnahmen in speziellen Workshops geschult werden. Sie stehen in direktem Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen, unterstützen sie künstlerisch und helfen ihnen dabei, eigene Ideen zu verwirklichen. Dadurch wird ein Zugang zu musikalisch-kultureller Bildung geschaffen und es findet ein generationenübergreifendes, gemeinsames Musikmachen statt, das weder auf ein bestimmtes Musikgenre noch auf ein Instrument oder eine einzelne App beschränkt ist. Die Musiker*innen dokumentieren ihre Arbeit und Unterrichtskonzepte und können sich mit den anderen Musiker_innen über diese austauschen.

 

Standorte der Bündnisse für Bildung

Die Initiative beginnt ihre Arbeit mit acht Bündnissen, die bereits in Potsdam, Kaiserslautern, Sachsen, Hannover, Augsburg, Berlin, Halle und in Saarbrücken (Saarland) gebildet wurden und baut diese bis 2022 auf insgesamt 20 aus. Als Bündnispartner sind u.a. Institutionen wie die Kammerakademie Potsdam, das Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) im Saarland, das Kulturreferat der Stadt Kaiserslautern und das MusikZentrum Hannover dabei.

Ziel ist es, deutschlandweit nachhaltige und sinnvolle Angebote zu entwickeln und sie in den Strukturen der Bündnispartner zu verankern, so dass diese auch nach der Förderphase bestehen bleiben und eine weitere Finanzierung gesichert werden kann. Denkbar sind auch überregionale Konzerte mit den Kindern und Jugendlichen und bei einer verstetigten Finanzierung des Vereins ein weiterer Ausbau der Angebote über die 20 Bündnisse hinaus.

Die Mission des Vereins ist es zudem, durch diese Innovation im Bildungsbereich die Digitalisierung in Deutschland voranzutreiben, Bedenken gegenüber Appmusik abzubauen und zum weltweit ersten und angesehensten Projekt im Bereich der kulturellen Bildung mit digitalen Musiktechnologien zu werden. Mit weiteren Kooperationen in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik kann das Wissen über den Einsatz digitaler Technologien in der kulturellen Bildung erhöht werden. Musikapps sollen aber keineswegs traditionelle Instrumente ersetzen, sondern diese ergänzen und neue Perspektiven auf das Musizieren eröffnen. Obwohl Kinder die ersten sind, die sich bereit zeigen, sich mit neuen Technologien auseinanderzusetzen, werden sie als Zielgruppe in der digital-kulturellen Bildung bisher nicht ausreichend berücksichtigt. Mit app2music_DE werden die heranwachsenden Generationen an diese neuen Möglichkeiten, kreativ zu werden, herangeführt und wappnen sich für eine zunehmend digitalisierte Zukunft.

Seit dem 1. Januar 2018 ist der app2music e.V. mit seinem neuen Projekt app2music_DE Partner im Programm »Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). In den nächsten fünf Jahren wird Projektleiter Julian Quack mit seinem Team ein Bildungsangebot für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche aufbauen.



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