app2music_DE: Musikalischer Spielplatz auf dem Kinderkarneval

Erik Noack | 23. Mai 2018

Seit April dieses Jahres ist app2music_DE auch im Berliner Kinder- und Jugend-Kulturzentrum Statthaus Böcklerpark mit einer AG und einer monatlich stattfindenden Jamsession (jeden 3. Samstag im Monat) vertreten. Da die Jamsession für den Mai auf das Datum des 22. Berliner Kinderkarnevals fiel und das Statthaus an diesem Tag sowieso geschlossen gehabt hätte, haben wir uns eben entschlossen, unser offenes Angebot in den Görlitzer Park zu verlegen.

Farbe und Tempo synchronisiert

Die Umgebung stellt eine besondere Herausforderung dar, wenn es um spontane und musikalische Mitmachaktionen gehen soll. Da der Kreuzberger musikalische Aktionen e.V. die Trägerschaft für das Statthaus Böcklerpark innehat, gab es natürlich auch einige Bühnen mit einem ordentlichen Soundpegel.

Wie setzt man sich, wenn überhaupt, in diesem Klanggewusel durch?

Um in der Menge aufzufallen, haben wir zu Beginn über einen Lautsprecher musiziert, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Die ersten wurden auch direkt hellhörig und es bildete sich eine kleine Schlange vor unserem app2music-Stand.

Unser Stand – Lautsprecher und Kopfhörer

Wir hatten insgesamt ein Setup aus vier Stativen mit jeweils einem Tablet und mehreren Kopfhörern dabei. So haben wir versucht, einen quasi isolierten Raum zu schaffen, welcher es den Kindern ermöglichte, die App Playground zu erkunden. Dabei spielte es eine entscheidende Rolle, dass nicht willkürliche Sounds entstehen, sondern unter Anleitung Dynamik, Soundflächen, Melodien und Rythmen entdeckt und anschließend sinnvoll in Zusammenhang gebracht werden.

Erkunden der App Playground

Auch mit der App Jambl haben wir gearbeitet. Mit halb-automatisierten Sounds können hier Schlagzeug, Bass, Melodie und noch viel mehr per Fingerdruck gespielt werden. Mit der App lassen sich mehrere Geräte über ein Netzwerk synchronisieren, so dass Takt und Tonart beim gemeinsamen Musizieren zueinander passen. So konnten wir die interessierten Kinder länger beim Musizieren begleiten und mit ihnen eigene, kurze Musikstücke erstellen. Im folgenden Videoclip könnt ihr euch ein kleines Jambl-Tutorial des Entwicklers Gad Hinkis anschauen:

Vor Ort wurde den Kindern vermittelt, wie sie die Elemente Bass, Drums und Melodie untereinander aufteilen können, wie ein dramaturgischer Aufbau eines Musik-Stückes entstehen kann und wie sie beim Improvisieren trotzdem einen roten Faden beibehalten können. Kinder, die ein eigenes Musik-Stück vorbereitet hatten oder mit anderen Ideen kamen, bot sich die Möglichkeit, an der zweiten „Station“ etwas aufzunehmen.

Mobile Recordingstation

Eines der Stative war mit einem kleinen Interface und einem Mikrofon bestückt, um die Resultate vor Ort aufnehmen zu können. Ziel war es, ein digital-musikalisches Gästebuch zu erstellen, in dem man sich verewigen konnte. Die kleinen Gäste sollten sich kurz vorstellen und ihrer Soundkreation einen Titel geben. Die ein oder andere spontane Gesangseinlage wurde neben der Botschaft „Rettet die Bienen!“ natürlich auch festgehalten.

Die Möglichkeit, sich sofort anzuhören, was man aufgenommen hatte, sorgte für strahlende Gesichter. Dieser kurze Moment der musikalischen Reflektion war für viele neu und unterscheidet sich grundlegend davon, einfach „nur“ mit anderen zu musizieren. Im Gästebucheintrag wurde natürlich eifrig auf die AG im Statthaus Böcklerpark hingewiesen. Auf der app2music-Soundcloud-Seite könnt ihr auch in unser Gästebuch reinhören:

 

…ist Gitarrist und Songwriter. Maßgeblich beeinflusst ist er durch Heavy-Metal-Musik sowie dem „shredgenre“. Er ist größtenteils Autodidakt mit Weiterbildung an der Jazzschule Berlin und viel Liveerfahrung im Rock und Metalkontext: u. a. durch zahlreiche Festivalauftritte mit der „Maximaltechnogruppe“ Schluck den Druck. Seit April 2015 leitet er an Berliner Grundschulen Appmusik-AGs und ist begeistert von den digitalen und didaktischen Möglichkeiten in Bereich Songwriting und Bandarbeit, was mit Kindern ohne besondere musikalische Vorerfahrungen toll läuft. Soundprism sowie ThumbJam im „cello“-Mode begeistern ihn in Sachen Appmusik ganz besonders.



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