In Da Club

Matthias Krebs | 17. März 2014

Wir hatten letzte Woche die Kinder der Appmusik-AG an der Adolf-Glaßbrenner-Grundschule gefragt, was sie gern spielen wollen. Die Entscheidung viel ihnen schwer. Schließlich wünschten sich die Mädchen den aktuellen Radiohit „Call Me Maybe“ (Carly Rae Jepsen) und die Jungen einigten sich auf „In Da Club“ (50 Cent). Also spielten wir in dieser Woche gleich zwei Songs. 

Dieses kurze Video soll einen Einblick in die Prozesse dieser Veranstaltung geben.

Von Beginn

Idee ist es, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, sich Songs die sie spielen wollen, selbst zu erarbeiten. Also hörten wir uns zuerst gemeinsam die zwei Songs an und analysierten, welche Instrumente zu hören sind. Im zweiten Schritt überlegten wir uns die Besetzung für unsere zwei App-Bands.

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Kay, Heat, Noben und Brow hören sich den Beat heraus und programmieren die Drum Machine (App DM1).

Die drei Mädchen spielten mit siz.da und die fünf Jungs mit mir (MatzeRak). Die Pads wurden ausgeteilt und es konnte fast beginnen. Doch zuerst einmal mussten die Pads in das Mischpult verkabelt werden. Wir haben zwei spezielle Mischpulte (JamHub), die es erlauben, allein über Kopfhörer zu spielen. Dadurch ist es möglich, dass zwei Songs auch gleichzeitig geprobt werden können. Nach ca. 15 Minuten hatten alle das Mischpult verstanden und jeder regelte seinen eigenen Kopfhörermix selbstverantwortlich.  (Bei den Mädchen ist das im Video gut sichtbar. Bei den Jungs fehlte uns leider ein Adapter.)

Drums und Beats

Häufig bietet es sich an, beim Schlagzeugbeat zu beginnen. Bei den Mädchen wurde mit der App „Drum Studio“ der Beat programmiert, bei den Jungs nutzen wir die App „DM1“. Ich denke im Video ist gut sichtbar, dass der Beat des Rap-Songs nicht so kompliziert ist.

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Kay korrigiert von 16Beat zu 8Beat.

Dann ging es an die markanten Einwürfe. Irgendwie erkannten die Kids nicht, um was es sich da handelt. Kein Klavier! Es sind doch Bläserklänge. Ich würde mal sagen es lässt sich verallgemeinern als „Orchester-Hits“ (also stilisierte Orchester-Schläge). Dafür haben wir mal die App „SampleTank“ genutzt. Da haben die Jungs von Flöte über Saxophon bis Tuba alles probiert und sich schließlich für einen Klang entschieden. Aber welche Töne sind zu spielen? Brow, Künstlername vom Schüler in grün, hat die Töne aber schnell herausgehört. Dann wurde geübt: schwarz – weiß // schwarz – schwarz // weiß – schwarz // pause… Kay, Noben_LP und Heat haben das schnell gepackt. Aber zuletzt war die AG-Zeit dann doch schnell rum.

Rapper und Leader

Gerade rechtzeitig kam der Rapper BigSmoke (kurz: BS). Er hatte sich letzte Woche den Song gewünscht, war diese Woche aber etwas zu spät dran und jetzt zu aufgeregt.  Bei den Mädchen war die Besetzung nicht so eindeutig.

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Zuerst war nur zu vermuten, was da gespielt wird. Ceda, Lea, Sehri und siz.da spielen gemeinsam über Kopfhörer.

Reih um wurden ständig die Instrumente gewechselt. Jeder wollte mal Streicher, Klavier, Beats spielen und singen. Letztlich hat sich Sehri als Lead-Sängerin etabliert.

Und nächste Woche?

Nächste Woche sind wieder zwei Songs geplant: Summertime Sadness (Lana del Rey) und  Get Lucky (DaftPunk). Unterschiedlicher können die Songs wohl kaum sein. Aber wir wollen nächste Woche auch mal was improvisieren, dazu werden wir dann die bunte App „NodeBeat“ nehmen (die funktioniert sogar auch auf Android-Smartphones).

Matthias Krebs ist Appmusiker, Diplom-Musik- und Medienpädagoge und wissenschaftlich tätig. Matthias Krebs ist Gründer und Leiter des Smartphone-Orchesters DigiEnsemble Berlin und beschäftigt sich im Rahmen seiner Promotion mit der Aneignung digitaler Musikinstrumente. Weitere Forschungsschwerpunkte betreffen: Digitale Medien in Lehre und Forschung, Kommunikation im Social Web, Netzkunst, digitale Musikinstrumente und Musiker-Selbstvermarktung. Er arbeitet und wirkt an der Universität der Künste Berlin als wissenschaftlicher Mitarbeiter, ist als Lehrbeauftragter an mehreren deutschen Musikhochschulen tätig und leitet regelmäßig Appmusik-Workshops.


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