app2music startet in der KLAX Grundschule

Matthias Krebs | 23. Februar 2015

Mit Beginn des zweiten Halbjahres (Februar 2015) startete auch an der KLAX Grundschule in Berlin-Weißensee eine Appmusik-AG. Der AG-Leiter Hendrik Bruch hat an der Hochschule für Musik Hans Eisler studiert und seine Stimme findet sich in den Gesängen zahlreicher Kinofilme wie Anastasia oder Der Glöckner von Notre Dame wieder. Seit 2007 ist er Gesangslehrer in seiner Musikschule „TonArt“ in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg. Dort entdecken seine Schüler, ganz nebenbei und über den Spaß an ihren Songs und mit Hilfe moderner Aufnahmeverfahren, den Klang ihrer Stimme wahr-, an- und aufzunehmen. Er war auch musikalischer Leiter des Kinder- und Jugendtheater “Murkelbühne”. Seit 2012 studiert er den berufsbegleitenden Masterstudiengang Musiktherapie an Universität der Künste Berlin.

Hier ein erster kurzer Bericht von Hendrik über seine erste Appmusik-AG-Veranstaltung:

Heute stand mir nun ein neues Abenteuer bevor. Kursleiter, von sechs angemeldeten Schülern, der Klax Schule in Weißensee. Damit beim ersten Male nichts dem Zufall überlassen wird, wollte ich natürlich gut vorbereitet sein. Machte mir also weit im Vorfeld Gedanken über das Setting, die Struktur, inhaltliches Vorgehen und über meine Technik……

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Technik, die man zum Appmusizieren braucht: Lautsprecher, Mischpult, Stative und Tablets.

Als alles soweit zufriedenstellend vorbereitet war, trudelten auch schon die ersten Schüler ein. Auffällig für mich war, und ich war nun mittlerweile dreimal vorher da: Gespräch Direktor, Orga, Technik und so, die absolut ungewöhnlich besondere Ruhe in dieser Schule. Null Krach, kein hektisches Herumwuseln. So bot sich mir auch der Eindruck meiner Kursteilnehmer: Offen, freundlich, interessiert.

Natürlich ist ein optisches Willkommen: „Es ist alles vorbeireitet nur herein“ der halbe Anfang. Zum Anfang dazu gehörte für mich auch leise, kaum hörbare Entspannungsmusik ohne Groove als leises nebenher. Irgendwas schwebendes nicht strukturiertes. Offenheit, Neugier und lustbetontes Dabeisein waren der Tenor meiner Mitglieder. Sechs sollten heute kommen. Eine war krank. Also füllten fünf die Runde. Zwei Mädchen, drei Jungs. 

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Viel Spaß macht den Schülern das ausprobieren von Musikapps. #zauberinstrumente

Das aufeinander bezogen sein der Gruppe war ein Gutes. Ich lud, als alle saßen, kurz zur Vorstellungsrunde ein. Ich erzählte etwas über mich und sagte was zur Vorgehensweise für diese erste Stunde. Dann stellten sich meine Mitmusiker kurz vor.

Anschließend warf ich die Idee für den ersten Song „Fix u“ von Coldplay in die Runde. Nach eindeutigem JA analysierten wir den Song mit Stopp rufen, wenn ein Instrument klar zu hören war. Alle Instrumente wurden genannt. Nun entfachte eine rege Diskussion wer welches Instrument spielen will. Nachdem die Instrumenten Vergabe geklärt war, einige doch noch schnell mit Willigen umtauschten, notierte ich mir die Namen zu den Instrumenten. Die Zeit verrann. Die Aufteilung und Zuweisung von Apps/ Sound’s, bezüglich „Fix u“, wird im Zusammenhang mit nächster Stunde von mir vorbereitet sein.

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Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Und kommenden Freitag wird weiter am gemeinsamen Stück geprobt…

Nachdem die iPad Verbindungen gesteckt waren, haben alle einfach nur gespielt. Es entstand eine freie Improvisation. Ich nahm mein Mikro, sang einen deutschen Fantasie Text dazu. Alle waren frei ohne etwas, irgendwen zu imitieren, sie waren sie: kohärent. Ich fand das war der beste, neben vielen anderen Momenten.

Liebe Grüsse Hendrik.

Nun sind wir gespannt, wie es in der neuen Appmusik-AG weitergeht. Und wir sind gespannt auf erste Aufnahmen aus den Proben. Welche Musikapps gefallen den Schüler_innen am besten? Haben die Schüler_innen auch Künstlernamen? Dazu in Kürze mehr auf diesem Blog.

Matthias Krebs ist Appmusiker, Diplom-Musik- und Medienpädagoge und wissenschaftlich tätig. Matthias Krebs ist Gründer und Leiter des Smartphone-Orchesters DigiEnsemble Berlin und beschäftigt sich im Rahmen seiner Promotion mit der Aneignung digitaler Musikinstrumente. Weitere Forschungsschwerpunkte betreffen: Digitale Medien in Lehre und Forschung, Kommunikation im Social Web, Netzkunst, digitale Musikinstrumente und Musiker-Selbstvermarktung. Er arbeitet und wirkt an der Universität der Künste Berlin als wissenschaftlicher Mitarbeiter, ist als Lehrbeauftragter an mehreren deutschen Musikhochschulen tätig und leitet regelmäßig Appmusik-Workshops.


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