Auxy in zwölf Tönen

Mika Leopold | 23. Juni 2017


Zwölftonmusik ist ja eher ein klassisches und manchmal ein wenig behäbiges Thema im Musikunterricht. Das dachte sich auch die 12. Klasse der Sophie Scholl Oberschule und hat app2music gebeten, doch mal für ein Tandem im Unterricht vorbei zu kommen, damit wir uns gemeinsam dem Thema Zwölftonmusik nähern.

Die Frage die wir uns stellen wollten, war nicht einfach, was Zwöfltonmusik ist, was natürlich auch zu klären war. Viel mehr hat uns interessiert, wie denn überhaupt gut auf dem iPad komponiert werden kann und wie sich mit abseitigeren Kompositionsprinzipien zeitgenössische Musik machen lässt. Dafür haben wir auf die bei Allen von app2music beliebte App Auxy zurück gegriffen. Doch der Reihe nach.

Bevor wir zum praktischen Teil kommen wollten, gab es noch etwas Wichtiges zu erledigen. Es war unser Ziel die eigentliche Komposition im Sinne der Festlegung der Reihenfolge der Töne im ersten Schritt so kurz wie möglich zu halten. Dafür wurden die Schüler*innen erst einmal in Gruppen zu zweit und zu dritt aufgeteilt und haben danach die Reihenfolge der Töne mit zwei Würfeln innerhalb von drei Minuten ausgewürfelt, von C für eins bis H für zwölf.

Danach ging es auch schon an die App, eine neue Spur wurde aufgemacht und die Tonfolge eingefügt. Und auch wenn diese zwar tonal festgelegt war (bis auf die jeweilige Oktave) war die rhythmische Struktur noch offen. Zwar war in Auxy erst einmal ein 4/4 Takt vorgegeben, schlussendlich wurde dieser aber von keiner Gruppe geändert. Somit mussten sich die Schüler*innen etscheiden, wie viele Takte ihr Pattern haben sollte, wann welcher Ton angeschlagen und wie lang dieser ausgehalten werden sollte.

Sobald diese Aufgabe erledigt war, ging es auch schon an die Nächste. Die eben bearbeitete Spur wurde stumm geschaltet und eine neue geöffnet, auf der nun in der selben Reihenfolge vier Akkorde von je drei Tönen erzeugt wurden. Testweise wurde die erste Spur dann wieder eingeschaltet, um zu hören, ob da schon ein vorzeigbares Ergebnis dabei war.

Nachdem wir diese grundlegenden Prinzipien einmal durchlaufen hatten und die wesentlichen Funktionen von Auxy geklärt waren, ging es an die dritte Aufgabe.

Also wieder alles stumm schalten und eine neue Spur aufmachen. In dieser wurden jetzt sowohl Melodie als auch Harmonie gemeinsam gebaut und natürlich erneut der Reihenfolge vom Beginn gefolgt. Somit blieb die ganze Struktur noch überschaubar weil alles weiterhin innerhalb einer ‚piano roll‘ angeordnet war.

Es folgte der letzte Schritt. Natürlich wurde wieder die bestehende Spur stumm geschaltet und dieses mal zwei neue Spuren aufgemacht, in die eine dann die Harmonie, in die andere die Melodie hinein kopiert. Für diese Spuren wurden dann die passenden Sounds ausgesucht, der Sound optimiert, noch mal an der Notation gefeilt und alles hübsch gemacht.

Nun war es auch schon Zeit für ein kleines Konzert in der Klasse. Und zu recht waren die Schüler*innen stolz auf ihre Ergebnisse!

… spielt und unterrichtet Schlagzeug von Pop bis Jazz. Darüber hinaus komponiert und produziert Mika elektronische Musik. Auf seinem eigenen Youtube Kanal teilt Mika außerdem Wissen über das Schlagzeugspielen und die Musikproduktion mit der ganzen Welt. Seine derzeitigen Lieblingsapps auf dem iPad sind Patterning und Lemur und zMors.


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