Beobachte den Beobachter: Bewertung

Marc Godau | 9. März 2014

Eine Frage, die ich mir aus der Appmusik-AG heute (05.03.2014) mitgenommen habe, ist: Wie gehen wir als Pädagog_innen innerhalb derartiger Projekte mit Bewertung um?

Wer jenen Beitrag auf diesem Projekt-Blog nach Bewertungen durchsucht, wird eine Vielzahl davon finden. Ich möchte nicht diskutieren, dass dies Grundbestandteil jeder Beobachtung ist (so viel sei klar), sondern eher Folgen für mein Arbeiten ansprechen.

Bild: Beobachte den BeobachterBewertung als Einstufung in »gut« oder »schlecht« ist so gesehen problematisch. Denn es braucht immer Beobachter, um derartige Unterscheidungen zu treffen. Wenn unser Appmusik-Projekt das Ziel verfolgt, dass die Schüler_innen selbst-kritisch mit Musik umgehen sollen, dann muss man sich fragen, wie das geht. Es ist m.E. fraglich, dass meine Bewertung ausschlaggebend dafür ist, dass Kinder- und Jugendliche selbstkritischer werden. Kritischer vielleicht. Aber ist es dann nicht vielmehr nur eine kritische Haltung gegenüber der von mir erwarteten Wertmaßstäbe? Ich möchte auch, dass wir gemeinsam Verantwortung übernehmen für das, was wir erarbeiten. Ich bin der Meinung, dass es vielmehr kontraproduktiv für die weitere Arbeit ist, wenn ich der einzige bin, der bewertet. Dies schafft eher eine Situation, in der ich der einzige bin, der beobachtet bzw. der offen seine Beobachtungen kommuniziert, ob unser Prozessergebnis einer Aufführung würdig ist. Ich lehne dies derzeit ab. Was können die Schüler_innen dafür, dass ich es sehe, wie ich es sehe? Aber auch: Was kann ich dafür, dass die Schüler_innen es anders als ich bewerten?

Um eine gruppenspezifischer Bewertung anzubahnen, stellte ich die Frage, wie die Schüler unser bisheriges Arbeiten bewerten. Dazu sollten sie den Arbeitsstand ihres Songs auf einer Skala von 1-10 einschätzen (1=wir sind völlig am Anfang/ 10=wir sind Profis). Meine Skalierungsfrage führte heute dazu, dass die Jungen sich mit der Stufe 8-9 sehr positiv einschätzten. Ist das schlecht? Muss ich nicht auch lernen, welche Wertmaßstäbe die Jungen anlegen? Ich denke, dass genau hier meine Aufgabe besteht, kollektiv Kriterien herausfinden, die uns zu einem Ergebnis führen, welches wir gemeinsam verantworten können. Suchen und finden wir!



Eine Antwort zu “Beobachte den Beobachter: Bewertung”

  1. […] Auch auf diesem Blog möchte ich von Zeit zu Zeit einiges zum Beobachter-Problem anführen: […]

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