Gera-Sommerhit mit Apps! – Bergschule und Wilhelm-Busch-GS

Matthias Krebs | 12. Juni 2017

Wie klingt ein Sommerhit? In welche Stimmung versetzt mich ein Sommerhit? Wie produziere ich selbst einen Song? Welche Apps kann ich für mein Smartphone herunterladen, um damit musikalisch kreativ werden zu können? Wie kann ich mit Apps in einer Band spielen?

Diesen Fragen waren Thema eines Hortangebotes an der Bergschule und der Wilhelm-Busch-Grundschule in Gera im Rahmen des Medienpädagogischen Programms beim Kinder-Medien-Festival GOLDENER SPATZ 2017. app2music auf Reisen: In diesem Beitrag sollen die verwendeten Musikapps und musikalischen Ergebnisse der Kids vorgestellt werden.

An einem Nachmittag gründeten wir kleine Bands und produzierten eigene Songs, die zum Sommer passen. Ziel war es, die Schüler_innen…

  • lernen Musikapps als Musikinstrumente kennen.
  • entwickeln in kleinen Gruppen eigene reproduzierbare Musikstücke.
  • reflektieren und verhandeln ihre Vorstellungen von einem Sommerhit.
  • lernen unterschiedliche Möglichkeiten des gemeinsamen musizierens anhand verschiedener Apps kennen (Samples, Touch-Instrumente, Loops etc.).
  • können die verschiedenen Mobil-Plattformen android und iOS sowie das unterschiedliche Angebot der App Stores unterscheiden.
  • setzen sich mit dem Aufbau ihrer Kompositionen auseinander: wirkungsvoller Beginn, Höhepunkt, Schluss.

Die beiden Fotos geben einen Einblick in die Phasen, in denen die Schüler_innen sich neue Musikapps angeeignet und dann eigene Musikstücke erarbeitet haben.

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Sommerhits gespielt mit Apps

Auf YouTube findet ihr eine ganze Reihe an interessanten Songs, die allein mit Smartphones und Tablets gemacht sind.

Ein Beispiel ist dieses Video von Nikitch, der die kostenlose App „PlayGround“ verwendet, die jedoch allein für Geräte von Apple zu haben ist.

Eine Erklärung, wie die App PlayGround funktioniert, könnt ihr hier finden: Link zum PlayGround-Beitrag.

Auch mit der App „Music Maker JAM“ (Link zum Video) lässt sich leicht ein Song produzieren. Die kostenlose App kann über den Google Play Store auch auf Geräte mit android-System heruntergeladen werden. Beim Musizieren fühlt man sich eher wie ein DJ und weniger wie ein Instrumentalist. Aber probiert sie doch mal selbst aus!

Ein weiteres gelungenes Video ist dieses von Jakob Haq, der die App „KRFT“ (ca. 10 €) auf einem iPad nutzt.

Die App zeichnet aus, dass man mit ihr ein ganz eigenes Instrument bauen kann und einzelne Songteile in einem Editor komponieren kann. Auch kann man eigene Aufnahmen einfügen. So hat Jakob auch den RAP-Part integriert.

Zu guter Letzt hier noch die App „Incredibox“, die es für ca. 3€ für Geräte von Apple gibt. Aber man kann die lustige Band auch kostenlos am Computer genießen. Dazu braucht man nur einen Browser und kann loslegen: incredibox.com

Wir probieren das Musizieren mit diesen Apps einfach mal selbst aus: In Zweiergruppen sind in der ersten halben Stunde des Workshops schon eine ganze Reihe an interessanten Musikstücken entwickelt worden. Wir haben zunächst dieselben Musikapps wie hier in den Videos genutzt. Unten findet ihr ein paar unserer eigenen Videos aus dieser ersten Übung.

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Im nächsten Schritt wollten alle mehr: Mehr Apps und coole Sounds und weiter Musik machen.

 

Was braucht ihr, damit ihr mit den euch zur Verfügung stehenden Smartphones und Tablets Musik machen könnt?

Von den 15 Hortkindern der 3. und 4. Klassen an der Bergschule hatten 7 ein eigenes Smartphone. Und 12 Kinder gaben an, dass in ihrer Familie ein Tablet vorhanden sei. In der Klasse 4b der Wilhelm-Busch-Grundschule hatten alle 18 Schüler_innen ein eigenes Smartphone und zwei Schüler_innen ein Tablet dabei. Das ist doch eine gute Grundlage für ein Band-Projekt auf dem Schulhof.

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In den App Stores der verschiedenen Geräte sind zahlreiche Musikapps (wohl mehr als 50.000) nicht nur zum Musik hören, sondern auch zum Musik machen verfügbar. Nicht alle eignen sich gleichermaßen, manche klingen nicht gut oder die Bedienung ist eher unübersichtlich. Der Einstieg ist also leicht: Viele können aber kostenlos oder -günstig heruntergeladen werden, wobei die Mobilgeräte auch über die Kopfhörerbuchse an die vorhandene Verstärkeranlage oder einen mobilen Bluetooth-Lautsprecher angeschlossen werden können, wenn ihr mal wieder ein Appmusik-Konzert spielen wollt.

Hier eine Liste für Geräte mit Android-System:

Und hier eine Liste für Geräte von Apple (mit iOS-System):

Bei den beiden Workshops kamen die Schüler_innen schnell mit den Musikapps zurecht.

Das Zusammenspiel mit mehreren Smartphones war mit Apps gar nicht so einfach. Neben dem Tempo mussten wir auch darauf achten, dass wir in passenden Harmonien spielen. So spontan ist es nicht leicht gemeinsam zu musizieren. Das braucht eben Übung – so wie mit anderen Instrumenten ja aber auch. Leichter ist es am Anfang für sich oder noch besser zu zweien an einem Gerät ein Song zu produzieren.

OK, nun haben wir das Instrumentarium, aber was macht eigentlich einen Sommerhit aus?

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In einer kurzen Besprechung haben wir folgende Dinge herausgestellt:

  • Urlaub, Strand, Meer
  • Musik, die sich eher im Hintergrund abspielt
  • beruhigend, cool, fröhlich
  • Instrumente: Gitarre, Keyboard, Panflöte, Klavier, Schlagzeug
  • eher kein HipHop
  • mittel schnelles Tempo
  • viele Wechsel – soll nicht zu langweilig werden
  • die Akkorde sollen gemächlich wechseln

Nun wollen wir mal sehen, was die Kinder draus gemacht haben…

Hier findet ihr nun eure Sommerhits, die wir beim Workshop aufgenommen haben.

  • Wilhelm-Busch-Grundschule

Das erste Video zeigt eine Performance von drei Schülern auf zwei iPads, die zusammenspielen. Links die App KRFT, rechts die App AUXY.

Eine Sommermusik von drei Schüler_innen, die sich einen interessanten Ablauf mit einer Wiederholung und einem wirkungsvollen Schluss überlegt haben. Sie haben die Apps AUXY (links) und die App SoundPrism (rechts) verwendet.

Eine Solo-Performance mit der App PlayGround:

Die App PlayGround im Duett: Eine Performance von zwei Schülern.

 

  • Bergschule Gera

Die Musik im ersten Video beschreiben die Schüler_innen selbst. Verwendet wurden die iPad-Apps AUXY (links), KRFT (mitte) und TC-Performer (rechts).

Das Zusammenspiel ist im folgenden Beispiel gut gelungen. Verwendet wurden die Apps Figure (links), SoundPrism (mitte) und Launchpad (rechts).

Die Musik im nächsten Video wurde mit den Apps TC-Performer (oben), KRFT (links) und SoundPrism (rechts) auf iPads gespielt:

Zwei Schülerinnen musizieren gemeinsam mit der App KRFT eine Tanzmusik für eine Sommer-Party.

 

Und was meint ihr?

Wir wollen nun fragen, wie gefallen euch unsere Sommer-Musikstücke? Könnt ihr euch vorstellen, diese Musik am Strand oder bei einer Sommer-Party zu anzuhören?

Vielleicht habt ihr ja auch selbst schon Musik mit Apps gemacht? Wir freuen uns über nette Kommentare und Links. 🙂

Matthias Krebs ist Appmusiker, Diplom-Musik- und Medienpädagoge und wissenschaftlich tätig. Matthias Krebs ist Gründer und Leiter des Smartphone-Orchesters DigiEnsemble Berlin und beschäftigt sich im Rahmen seiner Promotion mit der Aneignung digitaler Musikinstrumente. Weitere Forschungsschwerpunkte betreffen: Digitale Medien in Lehre und Forschung, Kommunikation im Social Web, Netzkunst, digitale Musikinstrumente und Musiker-Selbstvermarktung. Er arbeitet und wirkt an der Universität der Künste Berlin als wissenschaftlicher Mitarbeiter, ist als Lehrbeauftragter an mehreren deutschen Musikhochschulen tätig und leitet regelmäßig Appmusik-Workshops.


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