KlangGestalten – Wir entwickeln Klang-Geschichten

Matthias Krebs | 28. September 2018

Was machen eigentlich die Kinder mit dem gelben T-Shirts auf dem Bundeskongress für Musikunterricht? Es sind Schüler*innen der 4. Klassen der Südstadtschule Hannover, die bei der Aktion „KlangGestalten“ mitmachen. Oh, wir freuen uns, wenn kleine bunte Klangforscher den Kongress beleben – das ist eine schöne Sache!

Bei der Aktion „KlangGestalten“ experimentierten die Schüler*innen mit Klängen und Musikapps. In der künstlerischen Auseinandersetzung standen Raum- und Klangerlebnisse im Vordergrund. In der Gestaltung von Geräuschkompositionen begegneten die Schüler*innen akustischen Phänomenen in kreativer, reflexiver und ästhetischer Einstellung.

Zum Entstehungsprozess

Wir haben die Musikapp „vidibox“ verwendet. Es handelt sich um eine VJ-App, die für Videokünstler*innen entwickelt wurde. Auch Grundschulkinder können damit interessante Projekte machen!

In einer ersten Phase des Workshops sammelten sie Geräusche und Töne im Kongressgebäude, die sie für klangvoll hielten. Die Schüler*innen nahmen kurze Clips auf und entwickelten ein neuartiges Musikinstrument mit dem sie dann gemeinsam mit Videoschnipseln musizieren. Bei den Aufnahmen orientierten die Schüler*innen sich an den Kategorien Ton (singbar), Geräusch (flächig, diffus) und Knall (kurz). Anregung erhielten sie sowohl von der bunten Dixit-Spielkarten als auch von ihren Mitschüler*innen bei den Zwischen-Präsentationen. (Das folgende Video zeigt solch einen Prozess: YouTube-Link)

Aus den Video- und Audioschnipseln entwickelten sie in der zweiten Phase eigene musikalische Klanggeschichten. Dabei orientierten sie sich an ihren Geschichten, die sie anhand der Spielkarten in den Kleingruppen entwickelt hatten. Das Musizieren in der Gruppe mit diesem Klangmaterial wurde in den Gruppen intensiv geübt und die Koordination immer koordinierter. Zum Abschluss wurden so entwickelten sich nach und nach Kompositionen, die von den Schüler*innen reproduziert werden konnten. Zum Abschluss wurden aus den Klanggeschichten eigene Musikclips entwickelt, die sowohl mit einem Beamer präsentiert wurden als auch hier im Blogbeitrag zu bewundern sind.

Der Workshop wurde von Matthias Krebs und Anja Fischer geleitet. Initiiert wurde die Aktion durch das Projekt „Musikalische Grundschule“ der Bertelsmann Stiftung.

Liebe Schüler*innen

An dieser Stelle noch einmal ein großes Lob für eure fantasievolle Arbeit. Wie toll war es bei der Präsentation zu erfahren, welche Klanggeschichten ihr zu den Bildern im Erarbeitungsprozess entwickelt habt. Diese solltet ihr euren Eltern auch erzählen…

Die wahrsagende Katze

von Merle, Jamal und Laurin

Die Superomi

von Carla, Maja und Louiza

Das verzauberte Mädchen

von Anae, Anni und Ellen.

Die Entführung

von Alisha, Charlotte und Samuel

Der Wolf gegen den Sandmann

von Lucas, Azim und Anas

Eine Spinne auf Reisen

von Manjolo, Akos und Anton

 

Wenn ihr nun Lust bekommen habt, weitere Musikapps kennenzulernen, mit denen ihr musizieren könnt, dann schaut doch mal hier:

  • PlayGround (iOS) –> Link
  • SNAP (iOS und Android) –> Link
  • Incredibox

 

Wir freuen uns über Kommentare und wünschen euch viel Spaß beim Geschichtenerzählen und Musizieren!

Matthias Krebs

ist Appmusiker, Diplom-Musik- und Medienpädagoge und wissenschaftlich tätig.

Matthias Krebs ist Gründer und Leiter des Smartphone-Orchesters DigiEnsemble Berlin und beschäftigt sich im Rahmen seiner Promotion mit der Aneignung digitaler Musikinstrumente. Weitere Forschungsschwerpunkte betreffen: Digitale Medien in Lehre und Forschung, Kommunikation im Social Web, Netzkunst, digitale Musikinstrumente und Musiker-Selbstvermarktung.

Er arbeitet und wirkt an der Universität der Künste Berlin als wissenschaftlicher Mitarbeiter, ist als Lehrbeauftragter an mehreren deutschen Musikhochschulen tätig und leitet regelmäßig Appmusik-Workshops.



Eine Antwort zu “KlangGestalten – Wir entwickeln Klang-Geschichten”

  1. Hans Schlötel sagt:

    Eine tolle Sache diese Klangforscher mit Bilder und Video zu arbeiten. Das wird hoffentlich nicht nur einmalig sein sondern Schule machen. Liebe Grüße aus dem Audiolabor Emden 🙂

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