Experimentieren mit Klängen und Apps zum Thema Glück – app2music in Zusammenarbeit mit KLANGRADAR

Matthias Krebs | 16. April 2019

Im Kompositionsprojekt KLANGRADAR BERLIN erarbeiten Schülerinnen und Schüler in Eigenverantwortung ein musikalisches Gemeinschaftswerk im Klassenverband, das im Rahmen einer Experimental-Revue zur Aufführung kommt. Durch die Zusammenarbeit mit app2music e.V. wird das Konzept durch das Instrumentarium Musikapps erweitert. Die Komponisten Deniz Dilek und Piotr Niedzwiecki (von app2music) begleiten die Schülerinnen und Schüler des Luise-Henriette-Gymnasiums dabei, neue Klänge und musikalische Formen zu entdecken und zu entwickeln. Neben einem möglichen akustischen Instrumentarium werden vor allem Tablets mit Musikapps für die Klanggestaltung und -transformation verwendet. Jede Lerngruppe entwickelt dabei möglichst eigenständig Wege zur Klangfindung und musikalischen Gestaltung ihres Stückes, das von dem Begriff „Glück!“ inspiriert sein soll.

Experimentieren mit Klängen und Apps = KLANGRADAR + app2music // Foto: Deniz Dilek

KLANGRADAR BERLIN gibt es in der Trägerschaft des Netzwerks Junge Ohren e.V. und unter der künstlerischen Leitung von Burkhard Friedrich seit 2014. Das Projekt bringt an allgemeinbildenden Schulen ab der Grundschule experimentelle Klanggestaltung und Komponieren auf den Lehrplan. Im wöchentlichen Musikunterricht begleiten professionelle Komponist*innen im Team-Teaching mit den Lehrkräften die Schüler*innen dabei, eigenständig eine Gemeinschaftskomposition zu entwickeln. Seit 2019 erstreckt sich das Programm KLANGRADAR in Kooperation mit der PwC-Stiftung auf verschiedene Städte bundesweit: Berlin, Leipzig, Schwerin und Oberursel bei Frankfurt am Main.

Das Leitthema der aktuellen Phase lautet „GLÜCK! – Eine Klangspurensuche“. Es steht die Frage im Mittelpunkt, was für die einzelnen Schüler Glück bedeutet und wie es gelingt, sich diesem, immer mit guten Gefühlen verbundenen Seelenzustand, klanglich anzunähern. Das kann auf narrativer Ebene, auf abstrakte, aber auch auf ganz gegenständliche Weise geschehen. Das Thema „Glück“ überschreibt den kreativen Gruppenprozess und bildet zugleich den inhaltlichen Link zu anderen Lerngruppen.

In diesem Zusammenhang kann das Tablet sowohl als eine Art elektroakustischer Verstärker als auch als eigenständiges, experimentelles Instrument zur Erstellung neuer Klänge dienen: Sampling, Synthesizer und die Klangbearbeitung mit Audioeffekten bieten den Schülerinnen und Schülern umfangreiche Ausgangspunkte, um sich von etablierten (Hör-)Gewohnheiten zu lösen und neue Spielweisen und Klänge zu erkunden.

Bereits im Frühjahr 2018 gab es eine Zusammenarbeit zwischen KLANGRADAR BERLIN und app2music e.V. Dabei war das Leitthema “Unser Klang der Zukunft!” und die Experimental-Revue wurde im ATZE Musiktheater aufgeführt. Die Uraufführung der Ergebnisse zum Thema “Glück!” findet im Rahmen der Festivalkonferenz „Aufbruch in neue Hörwelten: Schule & Klangforschung“ am 23. Mai 2019 im tak Theater Aufbau Kreuzberg in Berlin von 10-18 Uhr statt. Wir freuen uns sehr über die Fortführung der Zusammenarbeit und sind gespannt auf die künstlerische Arbeit mit den Schüler*innen der 11. Klasse des Luise-Henriette-Gymnasiums.

ist Appmusiker, Diplom-Musik- und Medienpädagoge und wissenschaftlich tätig.

Er arbeitet und wirkt an der Universität der Künste Berlin als wissenschaftlicher Mitarbeiter und ist Leiter der Forschungsstelle Appmusik. Matthias als Lehrbeauftragter an mehreren Musikhochschulen (Deutschland, Österreich & Schweiz) tätig und bietet regelmäßig Workshops und Fortbildungsveranstaltungen an.

Matthias Krebs ist Vereinsvorsitzender des app2music e.V.



3 Antworten zu “Experimentieren mit Klängen und Apps zum Thema Glück – app2music in Zusammenarbeit mit KLANGRADAR”

  1. Caspar sagt:

    Danke für den spannenden Beitrag. Eine kleine Frage, sie heisst die App die auf dem ersten Bild abgebildet ist?

    Vielen Dank und beste Grüsse
    Caspar

  2. Piotr sagt:

    Hallo Caspar,
    die App heißt „Strom“ =)
    Liebe Grüße
    Piotr

  3. Caspar sagt:

    Hallo Piotr
    Vielen Dank. Die werde ich gerne ausprobieren.

    Beste Grüsse, Caspar

Kommentar verfassen