Neues Jahr, neues Team

Patricia Rost | 12. November 2015

 

Hallo, wir sind die „Neuen“!

Die Appmusik-AG gab es an der Scharmützelsee-Grundschule schon im vorangegangenen Schuljahr. Damals wurde von Erik und Julian begleitet. Als immer mehr Schulen hinzukamen, wurden in den Sommerferien auch die Musiker*innen neu verteilt. So kamen Francesco und ich, Patricia, hier her.

Wir  wollten gern gemeinsam eine AG betreuen, um etwas mehr Sicherheit bei der Organisation und Durchführung zu haben. Im Nachhinein war das genau die richtige Entscheidung. Bei 12 Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 4 bis 6 können wir zweit viel besser auf die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen eingehen. Ich muss aber ganz ehrlich zugeben, dass ich schon ein wenig Angst vor „den Unbekannten“ hatte. Denn aus Erfahrung weiß ich: schon 3 Kinder können eine unberechenbare Menge von unberechenbaren Aktionen sein!

(K)Eine Beziehung zu Musik haben?!

Wir stellten natürlich nicht nur uns, sondern auch das aktuelle Projekt »Soundtracks of Our Lifes« vor. Mit der Frage „Was bedeutet Musik für euch?“ wollten wir uns dem Thema nähern. Es stellte sich allerdings heraus, dass es gar nicht so leicht ist, über die Bedeutung von Musik zu sprechen. Deshalb unterstützten wir das Ganze mit gezielten Fragen: „Was macht es mit euch?“, „Welche Musik hört ihr (Lieblingssong)?“ und „Wann hört ihr Musik?“. Den Fragen folgten, wie erwartet, etliche Lieblingssongs, sowie Musikstile. Auch wurden Situationen genannt, in denen Musik gehört wird, wie Neugierde oder Entspannung.

Besonders interessant waren die Antworten zweier Jungen der 4. und 5. Klasse:

  • Schüler A höre nie Musik. Er könne der Musik auch nichts abgewinnen.
  • Schüler B empfinde Musik erst im Zustand der Langeweile als interessant.
Brainstroming Scharmützelsee

Die Kinder der Scharmützelsee-GS sind inspiriert durch ihre Lieblingssongs und ihre Gemüter.

Nachgehakt

Ich bekam den Eindruck, dass Schüler A Musik eigentlich ablehnt und wollte wissen, was genau er an Musik im Allgemeinen nicht mag. Nachdem er darauf keine Antwort hatte, sagte er, er wolle aber unbedingt bei der AG mitmachen, auch wenn es um Musik geht. Ich glaube daher, er interessiert sich eigentlich mehr für die Technik und den Umgang damit.

Auch als der Begriff „Langeweile“ fiel,  horchte ich auf und stellte die Frage, ob Musik hilft die Langeweile zu unterstützen oder die Langeweile zu überbrücken und ob er Musik sonst nicht hört? Schüler B antwortete darauf, er höre Musik, wenn er alleine ist, keine Aufgaben hat und nachdenkt.

Jetzt geht’s an die Umsetzung

Es hätte mir auch passieren können! Kein Kind hatte an Kopfhörer gedacht! Dann mussten wir eben ohne klarkommen.

Wir starteten erstmal mit einer Experimentierzeit von 15 Minuten. Dabei ging es erstmal darum herauszufinden, welche App mir gefällt, mit welcher App ich mich einbringen könnte/möchte und  wie leicht/wie schwer sich diese App zu bedienen lässt. Es ging also um das Sammeln von Erfahrungen.

Unbenannt

Die Top 5 der favorisierten Apps

Die Kinder taten sich von allein zu 4 Bands (beste Freundinnen, und die die übrig blieben) zusammen und suchten sich selbständig einen Platz im Raum, wo sie „ungestört“ an den Apps forschen konnten. Im Anschluss wurden verschiedene Apps vorgestellt und es sogar schon erste Rhythmen auf DM1 präsentiert.

Wir stellten gemeinsam fest, dass sich manche Apps eher für den Rhythmen eignen und andere für Melodien.

Fazit

Francesco und ich sind sehr gespannt – wir reiben uns bei der Herausforderung die Hände – wie wir es schaffen können, die beiden Jungen (A) und (B) mit Lust in das Projekt einzubinden. Sie haben offensichtlich eine besondere Beziehung zur Musik und offenbar andere Motive zur AG zu stoßen, als die anderen Teilnehmerinnen, die teilweise schon mit eigenen Songideen ankommen.

Wir haben vor, wenigstens  in der Anfangszeit, vor der Herausgabe der iPads ein Orientierungsgespräch einzuführen. Wir wollen uns gemeinsam über Musik unterhalten und uns gegenseitig inspirieren, um die Aufgabe noch besser umzusetzen.

 

p.s.: Meine Befürchtungen gegenüber den „Unbekannten“ waren übrigens unnötig!



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