Our Spaceman Becomes Real

Jonathan Kühnl | 30. November 2015

Unser Song bekommt so langsam eine klare Form. Nachdem wir die letzten Wochen fleißig an geeigneten Melodien, Harmonien und Klängen gefeilt haben, geht die Entstehung unseres „Soundtrack of Our Life“ in die heiße Phase. Jetzt heißt es nicht mehr Mikrokosmos sondern Makrokosmos, denn letztendlich soll unser Endergebnis ein vollständiger Song von Anfang bis Ende sein.

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DJ Jim und Look mit ihren iPads.

Gesungen oder gesprochen

Schon letzte Woche hatte eine Schülerin die Lyrics fertiggestellt, die nun zum größten Teil auf den gesammelten Ideen aller Teilnehmer_innen beruht. Doch wie sollten wir nun die Lyrics in unserem Stück verwenden? Schon letzte Woche haben wir uns dazu intensive Gedanken gemacht. Dabei kamen wir schnell auf die Idee, die ersten beiden Strophen nicht zu singen, sondern zu sprechen oder viel mehr zu erzählen. Da unser Song von einem Astronauten im All handelt, fanden die Schüler_innen es toll, eine Stimme aus dem Off sprechen zu lassen, ganz im Sinne eines Geschichtenerzählers. Bei der Umsetzung dieser einzelnen Textzeilen hatten wir letzte Woche mit einigen Apps gearbeitet, in denen man Vokalaufnahmen mit Effekten unterlegen kann. Dabei hatten wir immer die Vorstellungen eines Funkkontaktes im Kopf. Diesbezüglich mussten wir uns also einen Effekt aussuchen, der die Stimme wie eine Funkaufnahme anhören lässt.

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DJ Bacon, Unknown und Joe mit iPads und iPhones.

App+App+App= 3 Apps

Für die Aufnahme unserer Textzeilen benutzten wir die App RoboVox, die wiederum über die App Audiobus mit der Tonaufzeichnenden App AudioShare verbunden war. Somit hatten wir drei Apps in eine Reihe geschaltet. Warum der ganze Aufwand? Über die AppAudioShare konnten wir nun die aufgezeichneten Sequenzen in die App Vidibox laden und den einzelnen Preset Feldern die einzelnen Textzeilen zuordnen, die nun entweder als Loop oder per Hold Funktionen abgespielt werden konnten. Insgesamt hatten wir nun für die ersten beiden Strophen neun Preset Felder gespeichert, die DJ Joe nun innerhalb unseres Song bedienen konnte.

Alles kommt zusammen

Nun konnten wir endlich richtig musizieren. DJ Unkown bediente die App Patterning, No Name ein paar Effekte aus der App Trap, DJ Jim, Bacon und Look die Melodien und Harmonien durch ChordPolyPad und DJ Joe die App Vidibox.

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Unknown probiert auch mal die App ChordPolyPad aus.

Für den Anfang entschieden wir uns für simple rhythmisierte Effekte von No Name. Darauf folgten einzelne Textphrasen aus Vidibox. Die Effekte aus Trap wirkten wie eine rauschende Funkverbindung, aus der nun die verzerrte Stimme durch die Presets in Vidibox hervorkam. DJ Unkown drückte auf play und sein erstes Pattern, eine simple Bassdrum, ertönte, woraufhin DJ Jim mit der Melodie anfing. Schließlich kamen noch DJ Look und Bacon, jetzt mit ChordPolyPad auf dem iPhone 6, mit den Harmonien hinzu.

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Bacon überträgt die Harmonien vom ipad in sein iPhone.

Die Klänge und Apps sind jetzt definitiv zugeteilt, nun geht es um einen geordneten Ablauf. DJ Jim braucht als Hilfe unbedingt die Melodie aus MIDIsteps, um mehr als nur den Beat aus Patterning als Orientierung zu haben. DJ Bacon und Look müssen sich von nun an gegenüber oder nebeneinander setzten, da sie sich rhythmisch gleichzeitig zwischen den Presets bewegen. DJ Unkown muss nächste Woche unbedingt einen festen Ablauf für seine Patterns einstellen, der dann schließlich vollautomatisch abläuft, sodass er den Beat nicht manuell bedienen muss. Die nächste Sitzung steht daher voll und ganz unter dem Motte: Ablauf.

 

… ist Gitarrist und studiert Musik an der Universität der Künste Berlin. Er ist Stipendiat bei Live Music Now Berlin e.V., Instrumentallehrer bei Kiezklänge e.V. und leitet eine Musik-AG an der Berlin International School. Seine Lieblingsapp ist ChordPolyPad, da diese mit den Preset-Feldern leicht zu bedienen ist und man die App als Interface benutzen kann und so tolle Klänge der anderen Apps in nur einer hat.


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