Welche Apps passen zu uns?

Jonathan Kühnl | 15. Oktober 2015

Heute standen konkrete Apps auf dem Programm, die wir ausprobieren und kennenlernen wollten. Dazu hatte ich ChordPolyPad, Magellan, ThumbJam, DM-1 und iFretless Bass vorbereitet. Diese Zusammenstellung war kein Zufall, da ich damit eine Band zusammenstellen konnte: Schlagzeug, Akkorde und Melodie.

Aufwärmphase

Als Aufwärmphase habe ich die App MadPad benutzt. Die Oberfläche besteht aus zwölf quadratischen Feldern, von denen jedem ein Videoausschnitt mit Sound zugeordnet wird. Dazu hält man das Feld gedrückt und die App nimmt Bild und Ton auf und speichert ihn. Um das Klanggerüst etwas festzulegen, durften die Schülerinnen und Schüler nur perkussive Geräusche erzeugen. Das iPad wurde daraufhin in die Mitte gelegt und jeder durfte nun ein Feld bedienen, indem er darauf einen Rhythmus tippte. Das Resultat war eine Liveperformance aus verschiedenen perkussiven Klängen, die sich zu einem durchgehenden Beat formten.

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DJ Bacon lauscht den Klängen seines iPads.

Der Beat: kopieren vs. selber machen

Als Basis wollten wir zunächst einen Beat erstellen. Da sich die Apps Rhythm Pad und Drums XD o.ä. auf eine Live Performance konzentrieren, besteht die große Schwierigkeit darin das Tempo zu halten. Die App Pro Metronom konnte dabei zwar helfen, doch war der Sound den Schülerinnen und Schülern nicht durchdringend genug, um sich daran zu orientieren. Daher entschieden wir uns die App DM-1 zu benutzen. Wir konzentrierten uns auf die Bass Drum, Snare, Hi Hat und Clap, da wir den Beat so schlicht wie möglich halten wollten.

Hardwell als Vorlage

Während wir an den Beats rumbastelten, schloss ein Schüler sein iPhone an, rief seine Spotify Playlist ab und spielte den Song Spaceman von Hardwell ab, um mir seinen Wunschbeat zu zeigen. An seinem Beispiel konnte er mir genau erläutern, welche Klänge ihn besonders begeisterten und wir konnten so seine idealen Klangvorstellungen in die App DM-1 einarbeiten. Wir stellten fest, dass vor allem die Presets unter der Rubrik „Eighties“ passende Klänge wie das Original hatte. Neben dem Beat wollten wir aber unbedingt auch noch die Akkorde und die Melodie einbauen.

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Der Beat wird live mit der App DM1 gespielt

Harmonie und Melodie

Für die Harmonien wählte ich einen Sound aus der App Magellan, für die Melodie ein Saxophon Sound aus der App ThumbJam. Die Bedienung der beiden Apps ist jedoch sehr anspruchsvoll. Deshalb nutzten wir stattdessen die App ChordPolyPad, die durch ihre rechteckigen Felder sehr einfach zu bedienen ist, als Spieloberfläche. Die Melodie konnten wir alleine durch Abhören nachspielen. Sie bewegt sich innerhalb einer Oktave der G-Dur Skala und besteht aus nur sechs Tönen. Für den ersten Teil der Melodie benutzen wir die beiden oberen Reihen, für den leicht abgewandelten zweiten Teil benutzten wir die unteren beiden Reihen der Bedienfelder.

Hilfe suchen bei Google und YouTube

Die Harmonien konnten wir zwar leicht unter Google abrufen, stellten aber fest, dass die Lage der Akkordtöne ausschlaggebend für den originalen Klang ist. Um die richtige Lage der Akkordtöne herauszufinden, benutzten wir Youtube. Auf dieser Plattform gibt es Tutorials, in denen bekannte Lieder per Midigerät über eine Klaviatur abgespielt werden, wobei die einzelnen Töne optisch durch Farben angezeigt werden. Die vier Akkorde aus Spaceman konnten wir somit schnell abgucken und in ChordPolyPad eingeben. Schließlich konnten wir mit dem Bandmusizieren loslegen, wobei nun jeder einen eigenen Klang benutzte.

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Die Akkorde werden einfach über die Klaviatur eingegeben.

So geht’s weiter

Da der Song keine Lyrics hat, hat sich eine Schülerin bis zum nächsten Mal vorgenommen, einen eigenen Songtext zu den Harmonien zu schreiben. Ebenfalls wollen wir weiter an den Klängen der einzelnen Instrumente arbeiten.

… ist Gitarrist und studiert Musik an der Universität der Künste Berlin. Er ist Stipendiat bei Live Music Now Berlin e.V., Instrumentallehrer bei Kiezklänge e.V. und leitet eine Musik-AG an der Berlin International School. Seine Lieblingsapp ist ChordPolyPad, da diese mit den Preset-Feldern leicht zu bedienen ist und man die App als Interface benutzen kann und so tolle Klänge der anderen Apps in nur einer hat.



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