app2music_DE: „Rock dein Tablet und werde App DJ“

app2music_DE | 19. April 2018

von Malte Lahrmann:

Die ersten Workshop-Angebote im neuen app2music_DE-Projekt laufen gerade an. Auch hier in Hannover. In diesem Beitrag wollen wir euch berichten, wie es bei uns gelaufen ist.

Malte und Felix leiteten den Workshop „Rock dein Tablet und werde AppDj“ im Haus der Jugend in Hannover // Foto: Malte

Am 27. und 28. März ergriffen insgesamt 35 Kinder im Alter von 8-12 Jahren die Chance, sich von Felix und mir (Malte) zeigen zu lassen, dass ein iPad nicht nur zum recht belanglosen Zeitvertreib genutzt werden kann, sondern auch ein super flexibles Musikinstrument ist. „Rock dein Tablet und werde AppDj“ hieß der Workshop, für den sich sowohl Jungs wie Mädchen hochmotiviert entschieden haben. Die Workshops fanden im wunderbaren Haus der Jugend in Hannover statt. Erklärtes Ziel war es, mit den Kindern verschiedene Möglichkeiten zu testen, wie mit Apps Musik gemacht werden kann.

Mit einem Kaffee für die Workshop-Leiter und guter Laune für alle konnte mit dem Musik machen angefangen werden. // Foto: Malte

Nach dem Austeilen der Tablets ging es sofort an die Apps und es wurden dicke Beats mit der App „SNAP“ gebaut und sich gegenseitig vorgestellt. Dem Einfallsreichtum waren hier keine Grenzen gesetzt und alles, was mit dieser App in irgendeiner Weise möglich war, wurde umgesetzt. Timing-Anpassungen von 30bpm zu 499bpm sowie graphische Ansätze wie: “Wie klingt es wohl, wenn ich meinen Namen in die Drummachine programmiere?” waren keine Seltenheit. Sehr gut!

Mit „SNAP“ und anderen Apps wurden die Tablets gerockt. // Foto: Malte

Diese und weitere Beats wurden dann mit der nächsten App „SP PRO“ verfeinert und mit Melodien und Akkorden unterlegt. Auch hier entstanden tolle Performances mit teilweise mehreren Kinderhänden an dem gleichen Tablet oder verbunden durch unsere Stern-Kopplungen simultan an unterschiedlichen iPads.

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir fast alle Herzen erobert. Ich sage fast, da es in jeder Künstlergruppe natürlich auch immer kritische Zeitgenoss_innen gibt. Diesen erscheinen die Möglichkeiten dieser Apps noch zu begrenzt und deshalb auch nur bedingt geeignet für ihren künstlerischen Schaffensdrang. Spätestens mit der App „SampleBot“, die es dem Benutzer erlaubt, eigene kleine Stückchen Musik oder Geräusche über das Mikrofon aufzunehmen, weiter zu bearbeiten und abrufen zu lassen, waren auch diese Herzen erobert. Sofort wurde fleißig getestet, was sich denn durch die Kombination aller Apps erreichen ließe. Auch hier gab es – von Beats aus selbst gemachten HipHop-Samples bis hin zu improvisierten und interessanten Kakaphonien – alles zu bestaunen.

„Unsere Band will keine Pause machen!“

Nach den ersten zwei aufregenden Stunden ging es dann teilweise unter Protesten in die Pause. Frisch gestärkt wurde nach der Pause weiter produziert was das Zeug hält und es wurden noch die Apps „ThumbJam“ und später „AUXY“ in die Musizierprozesse integriert.

Mit der Split-Funktion von „ThumbJam“ können mehrere Kinder gleichzeitig verschiedene Instrumente spielen. Das funktionierte prima. Der Beat von „SNAP“ wird laufen gelassen und dann heißt es „ran an die Tasten“ für Bass, Synthpad und Melodie.

„AUXY“ lässt uns ein komplettes DJ-Set mit allen dazugehörigen Elementen aufbauen und live bearbeiten. Kinder, die sich an beiden Tagen für unseren Workshop entschieden hatten, bauten sich hiermit die Basis für ihren späteren Auftritt auf der großen Bühne. Unterstützt und verfeinert wurde das „AUXY“-DJ-Set dann mit den anderen genannten Apps, so dass einer erfolgreichen gemeinsamen Performance mit drei DJs am Ende des Tages vor allen teilnehmenden Kindern nichts mehr im Wege stand.

„Alle sind dabei und ich mache mit yo“

Ein kurzes Workshop-Crossover hat unsere DJ-Kinder am ersten Tag mit den Kindern aus dem HipHop-Workshop zusammengebracht. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar: Mit iPads kann man auch prima mit anderen zusammenarbeiten.

Felix und ich fanden diesen Workshop nicht nur aufgrund der hochmotivierten Kinder sehr gelungen, sondern auch durch die Unterstützung der Eltern von zu Hause. Schon am zweiten Tag haben einige der Kinder uns stolz die gleichen Apps auf ihren iPhones zusammen mit ausgeklügelten Produktionen präsentiert: “Mein Papa hat mir das runtergeladen.“

Der Funke ist übergesprungen. Werden wir in Zukunft mehr selbstgemachte Musik von diesen Kindern hören?

Seit dem 1. Januar 2018 ist der app2music e.V. mit seinem neuen Projekt app2music_DE Partner im Programm »Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). In den nächsten fünf Jahren wird Projektleiter Julian Quack mit seinem Team ein Bildungsangebot für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche aufbauen.



Kommentar verfassen